Liebe Solothurner:innen, liebe Leser:innen

Vor eineinhalb Jahren traf uns die Pandemie mit aller Wucht und wir leben seither mit Corona-Massnahmen. Die Konsequenzen: Ein Schub der Digitalisierung in der Gesellschaft ganz allgemein, aber auch persönlich sowohl in meinem beruflichen Leben als auch in der Freizeit.

Einschneidend war damals für mich der Fernunterricht, das Verlagern der Sitzungen auf die digitalen Plattformen und das Fernbleiben des gesellschaftlichen Lebens.

Welche Effekte und Konsequenzen hatte die Pandemie auf Ihr Leben?

Nun, wir wissen jetzt mehr über das Virus genauso wie wir über uns vieles gelernt haben:  Insbesondere in unserem Alltag hatte die Pandemie nämlich direkte Auswirkungen auf die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Einkaufen und Mobilität– Themen, mit denen sich beispielsweise die Siedlungsentwicklung aktiv beschäftigen muss.

Als Politikerin frage ich mich: Welche dieser Veränderungen werden bleiben? Wie können wir bereits jetzt darauf reagieren?

Noch kennen wir nur erste Trends und keine tatsächlichen Statistiken. Für unsere kurz- und langfristige Planung müssen wir uns diese Fragen trotzdem heute schon stellen.

Die Expert:innen vom Verband für Raumplanung EspaceSuisse sind diesen Fragen nachgegangen und haben einen Kurzbericht dazu veröffentlicht (April 2021, veröffentlicht auf www.espacesuisse.ch).

Darauf aufbauend habe ich mir Gedanken zur Situation in Solothurn gemacht, denn während der Pandemie haben wir alle gemerkt, wie wichtig es ist

  • genügend qualitätsvoller grüner Aussenraum zur Verfügung zu haben.
  • wichtige Dienstleistungen in naher Distanz zu wissen.
  • attraktive, gepflegte und vielfältige Naherholungsgebiete nutzen zu können.
  • auf einem gut ausgebauten Velonetz für Solothurn unterwegs zu sein.

Durch den massiv eingeschränkten Radius haben wir viel Zeit in und um unseren Wohnort verbracht. Es hat sich gezeigt, dass ein gut ausgebautes Angebot in oben genannten Belangen unerlässlich ist.

Auch wurde uns einmal mehr vor Augen geführt, dass unsere Stadt bereits sehr viel bietet. Die Möglichkeiten, Zeit in umliegenden Naherholungsgebieten zu verbringen, sind zahlreich. Solothurn bietet ausserdem ein sehr breites Angebot an wichtigen Dienstleistungen (von Lebensmitteln, über Arztpraxen bis hin zum Baubedarf), die allesamt gut erreichbar sind – auch mit dem Fahrrad. Und es sind genügend preiswerte Wohnflächen vorhanden.

Trotz der guten Ausgangslage sehe ich in einigen Bereichen noch Verbesserungspotential.

Das Littering an der Aare hat mittlerweile erschreckende Ausmasse angenommen. Ein Abfallkonzept, mehr Abfalleimer, eine Zusammenarbeit der Gemeinden und eine stärkere Sensibilisierung sind dringend nötig, damit die Aare auch bei hoher Frequentierung ein Ort der Erholung sein kann.

Mir liegen die unsere Plätze am Herzen! Durch eine Umgestaltung und Begrünung von Amtshausplatz/Roter Platz, Klosterplatz und Postplatz kann wertvoller Lebens- und Aufenthaltsraum geschaffen werden, der vielfältig nutzbar ist. Nicht zuletzt ist es auch wichtig das Velonetz weiter auszubauen, damit die Erreichbarkeit der zentralen Dienstleistungen auch ohne Auto oder ÖV-Nutzung gesteigert werden kann: «Velostadt Solothurn» ist das Ziel.

Schliesslich sollen zwei weitere Themen angesprochen werden, welche während und auch nach der Pandemie Handlungsbedarf offenbarten. Wegen des wachsenden Onlinehandels hat der Transport von Paketen in letzter Zeit stark zugenommen. Damit künftig ein verstärktes Verkehrsaufkommen diesbezüglich in den Quartieren vermieden werden kann, müssen weitere dezentrale Abholstationen (wie z.B. an der Wengistrasse) eingerichtet werden. Denkbar wäre auch ein Lieferdienst mit Cargo-Velo.

Zuletzt möchte ich über das Wesen der Arbeit nachdenken: Dieses unterlag in den letzten 18 Monaten grossem Wandel. Das digitale Arbeiten hat sich zumindest teilweise bewährt und wird sich als zusätzliches Arbeitsmodell wohl langfristig etablieren. Eine gute Infrastruktur und ein regelmässiger Austausch sind dafür wichtig. Angebote wie zum Beispiel die beiden Co-Working-Spaces Uferbau und Loreto sollten deshalb unterstützt und auch ausgebaut werden.

Für all diese Themen und Fragen interessiere ich mich und setze mich auch dafür ein.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Am 11. September werde ich am Märet anwesend sein und gerne persönlich mit Ihnen diskutieren.

Wollen Sie jetzt bereits mehr über meine Haltung wissen, dann besuchen Sie doch meine Website.

Ich freue mich auf Ihre Stimme im zweiten Wahlgang und bedanke mich für Ihre Unterstützung!

 

Herzliche Grüsse

Laura Gantenbein

Vize-Stadtpräsidiums-Kandidatin und Gemeinderätin Stadt Solothurn